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Slow Fashion

Zuschneidetisch im Atelier Gerst, Foto: Mirella Rusch

Das Atelier Gerst startete 2017 mit einem neuen Label für artisanale Mode. In der eigenen Modemanufaktur wird hochwertige Kleidung in kleinen Serien und Editionen nach rein handwerklichen Arbeitsvorgängen gefertigt.

Vom Flachs, der auf den Feldern des Mühlviertels wächst, bis zur fertigen Latzhose in Leinen-Denim aus der Modemanufaktur Gerst sind es nur wenige Hundert Kilometer. Bei einer regionalen Produktionskette wie dieser können Fairness und Nachhaltigkeit tatsächlich garantiert werden, ist Firmengründerin Gertraud Gerst überzeugt.

Mein erklärtes Ziel ist es, regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen und so zu einer Re-Regionalisierung der Mode beizutragen.

Firmengründerin Gertraud Gerst

Nachhaltigkeits-Konzept ausgezeichnet

Für ihr Slow Fashion-Konzept, das auch auf bewussteren Konsum setzt, wurde die gebürtige Tirolerin mit dem Sonderpreis der Jury „Kreativ in die Zukunft“ 2018 der WKNÖ ausgezeichnet. Der Preis wird alljährlich an die innovativsten Handwerksbetriebe Niederösterreichs verliehen.

Kernstück dieses Konzeptes sind nachhaltiges Materialsourcing und eine eigene Produktion. In der Manufaktur am Dorfplatz in St. Andrä-Wördern werden Schnitte entworfen und Editionen, kleine Serien und Einzelstücke gefertigt.

Die Schnittgebung ist auf hohen Tragekomfort ausgerichtet, das Design ist minimalistisch und bewegt sich gern am Grat zwischen feminin und maskulin. Modelle mit dem Attribut Agender können sowohl von Frauen als auch von Männern getragen werden.

Leinen statt Bio-Baumwolle

Statt auf importierte Bio-Baumwolle, deren Nachhaltigkeit umstritten ist, setzt die Makerin auf regionale Materialien wie Leinen. Der Flachs ist eine extrem robuste Pflanze mit Jahrtausende alter Tradition, die auch hierzulande und im europäischen Raum kultiviert wird. Sogar bei konventionellem Anbau müssen wenig bis gar keine Pestizide oder Düngemittel eingesetzt werden.

Die Modemanufaktur Gerst orientiert sich am wirtschaftlichen Gemeinwohl. Seit 2019 ist sie im Ethischen Einkaufsführer animalfair gelistet.